Einstimmige Beschlüsse bestimmten das Bild der konstituierenden Sitzung des neuen Ortsrates Lüdersen. Am Mittwoch, den 24. November wurde nicht nur Ortsbürgermeisterin Ursel Postrach (SPD) mit allen Stimmen der Ratsmitglieder in ihrem Amt bestätigt. Auch ihr neuer Stellvertreter Henning Haake von der CDU erhielt alle sieben Stimmen des Lüderser Ortsrates.
Er tritt damit die Nachfolge von Ute Austermann-Haun an, die sich nicht wieder zur Wahl stellte.

So eindeutig wie die Abstimmungen war auch das Bekenntnis der beiden Fraktion, auch künftig weiter gut zusammenzuarbeiten und zum Wohl des Bergdorfes an einem Strang zu ziehen. „ Wir haben das bisher immer so gehalten und wollen das auch weiter so handhaben, um das für Lüdersen machbare umzusetzen“, betonte die wiedergewählte Ortsbürgermeisterin.
So gab es auch gleich die ersten gemeinsamen Anliegen und weitere gemeinsame Beschlüsse. Zunächst ging es mit den abgebauten Glascontainern auf der Grüngut-Annahmestelle um ein aktuelles Ärgernis. Seit Wechsel des Unternehmens, das die Glascontainer abholt, passen deren größere Fahrzeuge nicht mehr unter der Brücke der Landesstraße 402 hindurch, eine alternative Route unter der S-Bahnbrücke zum Redenhof scheitert ebenfalls daran, dass der LKW wegen seiner Länge ebenfalls dort steckenbliebe. So will der Ortsrat jetzt unter anderem mit dem Realverband Bennigsen abklären, ob die Wertstoff-LKW nicht den Weg an der neuen Feuerwehrwache und dem Regenrückhaltebecken nördlich der Bahn nutzen könnten. Wichtig, auch da war der Ortsrat einer Meinung, seien die Glascontainer im Dorf allemal, insbesondere auch für ältere Bürgerinnen und Bürger, die ihr Altglas schlecht nach Bennigsen bringen könnte.
Eine klare Position bezog der Ortsrat auch gegen den umstrittenen Windpark unmittelbar östlich von Lüdersen, der alle bisher gekannten Dimensionen sprengen würde. Zum einen würden mit einer Höhe von über 230 Metern die weltweit größten Anlagen, jeweils so hoch wie der Berliner Fernsehturm direkt vor den Orts gesetzt und das gleich 14 mal. Zum anderen gebe es mit insgesamt 22 möglichen Anlagen eine nirgendwo existierende Konzentration von Riesenwindmühlen in einem so sichtbesiedelten Gebiet, so die Argumentation des Ortsrates zu klaren Ablehnung der Pläne. Einstimmig fiel daher auch der Beschluss, den Stadtrat Springe zu bitten, gegen die von der Region ausgewiesene Vorrangfläche für Windenergie die Einleitung eines Normenkontrollverfahren zu beschließen und damit en Windpark zu verhindern. Nach Auffassung der SPD-Fraktion, die den Antrag eingebracht hatte, wurden Auswirkungen auf Menschen, Tierwelt und Umwelt bei der Aufstellung des Regionalen Raumordnungsprogramms nicht ausreichend untersucht oder ignoriert und die Vorrangfläche unter großem Zeitdruck von der Region durchgepeitscht. Dabei können sich die Lüderser wegen eines sehr ähnlich gelagerten Falles in Bispingen Hoffnungen machen, dass das Vorranggebiet aufgehoben werden muss. Dort hatte das Niedersächsische Oberverwaltungsgericht wegen ebenfalls nicht gründlich und rechtzeitig durchgeführter Bewertung von Konflikten die Ausweisung des Vorranggebietes für nichtig erklärt. Wenn am 8. Dezember der Stadtrat das Normalkontrollverfahren wie erwartet beschließt, dann hoffen Ortsrat und Bevölkerung im Bergdorf, dass das Oberverwaltungsgericht auf der Grundlage der Bispinger Entscheidung auch die Pläne für den Riesenwindpark bei Lüdersen stoppt.

Lüderser Terminkalender

Dezember 2017
So Mo Di Mi Do Fr Sa
26 27 28 29 30 1 2
3 4 5 6 7 8 9
10 11 12 13 14 15 16
17 18 19 20 21 22 23
24 25 26 27 28 29 30
31 1 2 3 4 5 6
Zum Seitenanfang